Wieder massive Raketenangriffe auf Ukraine – Infrastruktur in Kiew getroffen

Kiew (Reuters) – Russland hat nach ukrainischen Angaben am Mittwoch wieder eine Salve von Raketen abgeschossen und damit landesweit Luftalarm ausgelöst.

In Kiew wurde nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ein nicht näher beschriebener Bereich der städtischen Infrastruktur getroffen. Reuters-Reporter meldeten mehrere laute Explosionen in den Randbezirken der Hauptstadt. Sie sahen außerdem Luftabwehr-Raketen am Himmel über Kiew. Das Militärkommando der Stadt teilte mit, durch einen Treffer in einem zweistöckigen Haus seien ein Mensch getötet und ein anderer verwundet worden.

Ein städtischer Energieversorger teilte mit, Notstrom-Aggregate seien aktiviert worden. “Bleiben sie in den Bunkern. Die rote Alarmstufe gilt weiterhin”, appellierte Klitschko an die Einwohner im Kurznachrichtendienst Telegram. In Wilniansk im Südosten des Landes traf nach ukrainischen Angaben eine russische Rakete eine Entbindungsklinik, wobei ein Neugeborenes getötet wurde.

Die ukrainische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf Telegram-Einträge, es gebe Explosionen in den südlichen und östlichen Regionen. Der Betreiber des ukrainischen nationalen Stromnetzes hatte früher am Tag mitgeteilt, es würden weitere Stromabschaltungen im ganzen Land nötig werden. Die russische Armee greift seit Wochen gezielt Infrastruktur-Einrichtungen wie Umspannwerke, Fernheizungen, Elektrizitätswerke und andere Teile der öffentlichen Versorgung mit Raketen an. Bislang waren deswegen bis zu zehn Millionen Ukrainer von längeren Stromausfällen betroffen.

(Bericht von Dan Peleschuk, Pavel Polityuk, Gleb Garanich und Max Hunder, geschrieben von Hans Busemann, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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