Pfandbriefbank pbb: Talsohle am Immobilienmarkt durchschritten

München (Reuters) – An den Immobilienmärkten in Deutschland und den USA geht es nach Ansicht von pbb-Chef Kay Wolf langsam wieder aufwärts.

“Wir sehen, dass die Immobilienmärkte offenbar die Talsohle durchschritten haben”, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt. Doch die Zinsen sänken langsamer als gedacht. In einem noch immer schwierigen Markt habe die von der Krise gebeutelte Deutsche Pfandbriefbank (pbb) ein “achtbares Ergebnis” erreicht und Vertrauen am Kapitalmarkt zurückgewonnen. Der Gewinn vor Steuern stieg 2024 um 15 Prozent auf 104 Millionen Euro, die Aktionäre des Münchner Immobilienfinanzierers sollen wieder eine Dividende bekommen. Im laufenden Jahr hofft Wolf auf weitere Besserung an den Immobilienmärkten und mehr Gewinn.

Beim Neugeschäft hielt sich die pbb 2024 bewusst zurück: Es schrumpfte stärker als zuletzt angekündigt auf 5,1 (2023: 7,2) Milliarden Euro. 2,6 Milliarden davon schloss die Bank allein im vierten Quartal ab. Das Immobilienkredit-Portfolio schrumpfte damit um 2,1 Milliarden auf 29 Milliarden Euro. Knapp zwei Milliarden davon – vor allem Bürohäuser in den USA und Projektfinanzierungen in Deutschland – gelten als leistungsgestört, weil Zins und Tilgung nicht oder nur verspätet eingingen. Die Rückstellungen für faule Kredite gingen zwar um ein Fünftel auf 170 Millionen Euro zurück, waren damit aber immer noch höher als vor der Krise.

“Die Bank hat einen ersten Schritt in eine profitablere Zukunft gemacht”, sagte Wolf. Die Aktionäre sollen nach einem Jahr Pause wieder eine Dividende erhalten, allerdings nur 15 Cent je Aktie. Vor zwei Jahren waren es 95 Cent. Zusätzlich will die pbb erstmals Aktien für 15 Millionen Euro zurückkaufen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) als Aufseher zustimmt. Damit würden 55 Prozent des Nettogewinns ausgeschüttet. Die pbb-Aktie stieg zeitweise um vier Prozent auf ein Jahreshoch von 6,25 Euro.

Für das laufende Jahr rechnet die pbb mit einem anziehenden Neugeschäft, das 6,5 bis 7,5 Milliarden Euro erreichen soll. Das Portfolio an Immobilienkrediten soll damit aber nicht über das zum Jahreswechsel erreichte Volumen hinaus wachsen. “Wir rechnen 2025 nicht mit großen Steigerungen der Transaktionsvolumina, gehen aber von weiter sinkenden Risikokosten aus”, sagte Wolf.

Der Gewinn vor Steuern soll erneut deutlich zulegen. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) soll auf 3,5 bis 4,5 von zuletzt 2,7 Prozent steigen. Investiert wurde in eine modernere IT, gespart wird an den Personalkosten, um die Cost-Income-Ratio (CIR) bis 2027 auf unter 45 Prozent zu drücken: 100 Mitarbeiter müssen in diesem oder im nächsten Jahr gehen. 2025 soll das Verhältnis von Aufwand und Ertrag aber zunächst auf 50 (49) Prozent steigen.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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