Wien (Reuters) – Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) schätzt die Aussichten für die heimische Wirtschaft pessimistischer ein als noch im Dezember.
Für das Gesamtjahr 2025 werde nun ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,1 Prozent erwartet, wie die Notenbank am Dienstag mitteilte. Vor drei Monaten wurde noch mit einem Wachstum von 0,8 Prozent gerechnet. Erst für 2026 und 2027 geht die OeNB von einer Erholung und einem moderaten Wachstum von jeweils 1,2 Prozent aus. Im Dezember hatte die Prognose für 2026 noch bei 1,6 Prozent gelegen.
“In Österreich scheint der Tiefpunkt der Wirtschaftsentwicklung überwunden und die heimische Konjunktur wird sich 2025 stabilisieren”, so die Notenbank. Eine spürbare Erholung sei jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten.
Die Inflationsrate sieht die OeNB in diesem Jahr weiterhin bei 2,9 Prozent. Gestiegene Haushaltsenergiepreise würden einen weiteren Rückgang der Inflation verhindern. Zudem könnten von den USA geplante Zölle zusätzliche Risiken für Wachstum und Inflation mit sich bringen. Einen positiven Effekt könnte hingegen das deutsche Konjunkturpaket haben.
Für das Budgetdefizit prognostiziert die Nationalbank für 2025 einen Wert von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit eine Überschreitung der Maastricht-Grenze von 3,0 Prozent. Dies erhöht die Gefahr eines EU-Defizitverfahrens, das finanzielle Sanktionen nach sich ziehen könnte. Um dies abzuwenden, hat die Regierung ein Sparpaket geschnürt und der EU-Kommission Mitte Januar wirtschaftliche Maßnahmen zur Defizitreduktion präsentiert. Diese wurden zwar positiv bewertet, doch bleibt die Lage angespannt, da der Konsolidierungsbedarf höher ausfallen könnte als bislang angenommen.
(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)