München (Reuters) – Der bayerische Großküchen-Ausrüster Rational würde mögliche Strafzölle auf seine Kunden in den USA abwälzen.
Der Großteil davon könnte wohl mit Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden, sagte Finanzvorstand Jörg Walter auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in München. Bis auf einen produzierten auch alle Konkurrenten außerhalb der USA, so dass kein Druck auf Rational entstünde. “Wir sind da jetzt nicht zu hektisch unterwegs”, sagte Walter. Die Verunsicherung in den USA sowie die schwache Konjunktur in Deutschland und China dürften das Wachstum von Rational im laufenden Jahr bremsen. “Die Stagnation in Deutschland geht nicht spurlos an unseren Kunden vorbei”, sagte Walter.
Realistisch seien ein Umsatzzuwachs von etwa fünf Prozent und eine leicht bröckelnde Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von 26 (2024: 26,3) Prozent. “Wir erwarten auch 2025 ein Jahr des Wachstums, alles andere ist für uns nicht denkbar”, sagte Walter.
Fünf Prozent Plus wären aber weniger als der langfristige Wachstumstrend, den Vorstandschef Peter Stadelmann auf acht bis neun Prozent pro Jahr taxiert. Erst ein Viertel der Großküchen – von Kitas über Kantinen bis zu Schnellrestaurants – arbeiteten überhaupt mit Kombidämpfern. “Ich mache mir für die nächsten 20 Jahren keine Sorgen”, sagte Stadelmann.
2024 sei “das erste normale Jahr seit der Lieferkrise” in der Corona-Zeit gewesen, sagte Finanzchef Walter. Der Umsatz des Unternehmens aus Landsberg am Lech wuchs um sechs Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Rohstoff- und Logistikkosten hätten sich 2024 auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg deshalb überproportional um 13 Prozent auf 314 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 250 Millionen Euro, 17 Prozent mehr als 2023. Rational will deshalb die Dividende um 1,50 auf 15 Euro je Aktie erhöhen. Gut zwei Drittel des Nettoergebnisses sollen damit ausgeschüttet werden.
Die zurückhaltenden kurzfristigen Aussichten verunsicherten die Börsianer: Die im Nebenwerteindex MDax notierten Rational-Aktien fielen um fast acht Prozent auf 758,50 Euro.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)