Washington (Reuters) – Trotz einer hartnäckig hohen Inflation in den USA zeigen sich die Verbraucher relativ spendabel. Sie steigerten ihre Konsumausgaben im Februar um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte.
Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent gerechnet, nach abwärts revidierten minus 0,3 Prozent im Januar. Der private Konsum gilt als Triebfeder der US-Wirtschaft, die sich zuletzt ein wenig abgekühlt hat.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im vierten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,4 Prozent zu, nach einem Zuwachs von 3,1 Prozent im Sommer. US-Notenbankchef Jerome Powell sprach jüngst von einer insgesamt starken Wirtschaft. Die Währungshüter der Federal Reserve stellen sich allerdings darauf ein, dass es 2025 nur noch zu einem Wachstum von 1,7 Prozent reichen wird, nach 2,8 Prozent im vorigen Jahr.
Als möglicher Bremsfaktor gilt der von US-Präsident Donald Trump angezettelte internationale Handelsstreit. Zuletzt kündigte er eine massive Erhöhung der Autozölle an. Handelshürden könnten nach Ansicht vieler Fachleute für steigende Preise sorgen – eine düstere Aussicht, die unter Investoren bereits Rezessionsängste aufkommen ließ und die Inflationserwartungen der Verbraucher nach oben trieb.
INFLATION WEITER BEI 2,5 PROZENT
Die Fed strebt bei der Teuerungsrate einen Wert von zwei Prozent an. Dabei achten die Währungshüter besonders auf die Preisentwicklung eines festen Warenkorbs, der auf die persönlichen Ausgaben der Konsumenten zugeschnitten ist. Der auf diesem Modell basierende PCE-Index legte im Februar zum Vorjahresmonat um 2,5 Prozent zu, wie das Handelsministerium bekanntgab. Experten hatten mit dieser Stabilisierung gerechnet, nachdem der Wert im Januar ebenfalls 2,5 Prozent betragen hatte. Der PCE-Kernindex, der die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise ausklammert, stieg hingegen – und zwar auf 2,8 Prozent nach 2,7 Prozent im Januar.
(Bericht von Lucia Mutikani, geschrieben von Reinhard Becker, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)