(Reuters) – Der Iran droht den USA mit Angriffen auf ihre Militärstützpunkte in der Region, sollte die US-Regierung ihre eigene Drohung wahr machen und die Islamische Republik attackieren.
“Wenn die Amerikaner die Heiligkeit des Iran angreifen, wird die gesamte Region explodieren wie ein Funke in einem Munitionslager”, sagte Parlamentspräsident Mohammad Kalibaf am Freitag. “Ihre Stützpunkte und die ihrer Verbündeten werden nicht sicher sein.” US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Monats in einem Brief an den Obersten Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, dem Iran militärische Konsequenzen angedroht, sollte es kein neues Atomabkommen geben. “Es gibt zwei Möglichkeiten, mit dem Iran umzugehen: militärisch oder man schließt einen Deal ab”, schrieb Trump.
Chamenei bezeichnete Trumps Botschaft als irreführend. Außenminister Abbas Arakchi sagte am Donnerstag, Gespräche seien unmöglich, wenn die USA ihre Politik des “maximalen Drucks” nicht änderten. Der Iran habe Trumps Brief gründlich geprüft und über den Oman eine “angemessene Antwort” übermittelt, sagte Arakchi. Die USA und der Iran unterhalten keine direkten diplomatischen Beziehungen. Am Freitag wurde Arakchi von staatlichen Medien mit den Worten zitiert, Trumps Brief enthalte zwar Drohungen, lasse aber auch Raum für diplomatische Gespräche. Nähere Angaben dazu machte er nicht.
In Trumps erster Amtszeit von 2017 bis 2021 hatten sich die USA aus dem Atomabkommen von 2015 zurückgezogen. Es sieht eine strikte Begrenzung der Atomaktivität des Iran vor und im Gegenzug eine Lockerung der Sanktionen gegen das Land. Nach dem Rückzug der USA aus der Vereinbarung verstieß der Iran wie angekündigt gegen die Auflagen und überschritt die Grenzwerte bei seiner Uran-Anreicherung.
Der Westen wirft dem Iran seit langem vor, er strebe nach Atomwaffen. Der Iran weist dies zurück und erklärt, sein Atomprogramm diene nur der zivilen Nutzung und Energiegewinnung.
(Reuters-Büro Dubai, geschrieben von Sabine Ehrhardt, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)