Autozulieferer Webasto streicht in Deutschland 650 Stellen

München (Reuters) – Der angeschlagene bayerische Autozulieferer Webasto trennt sich in Deutschland von jedem sechsten Mitarbeiter.

Geschäftsführung und Betriebsrat hätten sich auf den Abbau von 650 der rund 3700 Arbeitsplätze in der Zentrale in Stockdorf bei München und an vier weiteren Standorten noch in diesem Jahr geeinigt, teilte das Familienunternehmen am Mittwoch mit. “Dies war eine schwere, aber angesichts der Marktentwicklung bei Webasto unumgängliche Entscheidung”, sagte der neue Vorstandschef Jörg Buchheim. Der Hersteller von Schiebedächern und Standheizungen gilt angesichts der Krise in der Autoindustrie als Sanierungsfall. Auf Druck der Banken hatte Webasto Anfang des Jahres einen Chef-Restrukturierer von der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal angeheuert.

Die betroffenen Mitarbeiter können für bis zu zwölf Monate in eine Transfergesellschaft wechseln, bis sie einen neuen Job gefunden haben. Im vergangenen Jahr hatte Webasto 1300 von weltweit 16.000 Stellen abgebaut, in Deutschland allerdings durch die Nichtbesetzung freiwerdender Arbeitsplätze, wie eine Sprecherin sagte. Nun steht eine neue Runde an: “Der Abbauplan ist Teil eines weltweiten Restrukturierungskonzepts, das sich derzeit noch in der Ausarbeitung befindet”, sagte die Sprecherin.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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