Ifo: Pauschale US-Zölle von 20 Prozent wären viel härter als “reziproker” Ansatz

Berlin (Reuters) – Die angedrohten neuen US-Zölle dürften die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts um weniger als drei Prozent drücken.

Diese Schätzung beruhe auf der Annahme, dass die USA unter Präsident Donald Trump mit den neuen Zöllen exakt den Abstand zu den Sätzen der amerikanischen Handelspartner eliminierten, teilten die Forscher am Mittwoch mit. Am Abend werden “reziproke Zölle” der USA erwartet. Laut “Washington Post” könnten es aber eher pauschale Zollerhöhungen um 20 Prozent werden.

Den Ifo-Berechnungen zufolge würden die deutschen Ausfuhren um 2,4 Prozent sinken, sollte die EU keine Gegenmaßnahmen ergreifen. “Potenziell sind über die Hälfte aller deutschen Exporte in die USA betroffen”, so Ifo-Expertin Lisandra Flach. “Die Auswirkung von wechselseitigen Zöllen wäre für Deutschland jedoch wesentlich geringer als bei pauschalen US-Zöllen von 20 Prozent.” Dies liege daran, dass die Lücke der Zölle zwischen den USA und der EU relativ gering sei. Bei pauschalen US-Zöllen von 60 Prozent auf China und 20 Prozent auf den Rest der Welt würden die deutschen Exporte in die USA um etwa 15 Prozent zurückgehen.

Sollte es der EU gelingen, durch Verhandlungen wechselseitige Zölle auf beiden Seiten des Atlantiks gleichermaßen abzubauen, hätte dies laut Ifo-Simulationen positive Effekte. “Unsere Ergebnisse unterstreichen die wichtige Rolle von Verhandlungen, um die nachteiligen Auswirkungen eines Handelskrieges abzuwenden”, sagte Flach.

(Bericht von Christian Krämer, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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