Schnabel (EZB): Zersplitterung im Handel könnte weltweit Inflation anheizen

Paris (Reuters) – Eine Zersplitterung im Welthandel würde nach Einschätzung von EZB-Direktorin Isabel Schnabel die Inflation weltweit anheizen und das Wirtschaftswachstum dämpfen.

Aus ihrer Sicht könnte bei schweren Verwerfungen im Welthandel die Inflation weltweit um mehrere Prozentpunkte ansteigen, wie aus einer Präsentation der deutschen Volkswirtin zu einem Vortrag in Paris hervorging, welche die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch veröffentlichte. Und es würde Jahre dauern, bis die Auswirkungen nachließen. Auch das weltweite Wirtschaftswachstum würde den Grafiken zufolge einen erheblichen Dämpfer erhalten. “Fragmentierung im Handel ist strukturell schädlich für Wirtschaftswachstum und Inflation”, heißt auf einer der Präsentationsseiten.

In ihrem Vortrag wies Schnabel auf die bedeutende Rolle der USA in der Weltwirtschaft hin. Wirtschaftspolitische Schritte in den USA könnten daher die ökonomischen Entscheidungen in Europa beeinflussen, sagte sie. US-Präsident Donald Trump will noch an diesem Mittwoch neue Zölle verkünden. Erwartet werden sogenannte “reziproke Zölle” der USA, also wechselseitige Zölle. Die “Washington Post” hatte zuletzt allerdings berichtet, es könnten eher pauschale Zollerhöhungen werden im Ausmaß von rund 20 Prozent.

(Bericht von Frank Siebelt, Leigh Thomas; Redigiert von Ralf Banser; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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