Rom/Paris (Reuters) – Die italienische Großbank UniCredit hat mit ihren Plänen zur Übernahme des kleineren heimischen Rivalen Banco BPM eine wichtige Hürde genommen.
Die italienische Börsenaufsicht Consob genehmigte das Dokument für die Übernahmeofferte im Volumen von 14 Milliarden Euro, wie UniCredit am Mittwoch mitteilte. Dies war der letzte erforderliche Schritt der Behörden für den Start des Angebots. Die Kaufofferte der zweitgrößten italienischen Bank soll nun vom 28. April bis zum 23. Juni laufen. In diesem Zeitraum können BPM-Aktionäre ihre Anteilsscheine andienen. Die Offerte ist eines von mehreren feindlichen Übernahmeangeboten, die in der italienischen Bankenbranche zuletzt für Unruhe sorgten. UniCredit hatte von der Europäischen Zentralbank (EZB) grünes Licht für den Übernahmevorstoß erhalten.
UniCredit-Chef Andrea Orcel muss mit seinen Plänen allerdings auch einen Blick nach Frankreich werfen. Denn die französische Großbank Credit Agricole will ihre rund zehnprozentige Beteiligung an Banco BPM deutlich aufstocken. Dafür bekamen die Franzosen jetzt ebenfalls grünes Licht von der EZB, wie Credit Agricole am Mittwoch mitteilte. Zwar hat das Geldhaus ein Gegenangebot für Banco BPM ausgeschlossen, doch Bankern zufolge bleibt dies das größte mögliche Hindernis für die Ambitionen von Orcel. Credit Agricole war 2022 Hauptinvestor bei Banco BPM geworden. Nach der Genehmigung durch die EZB werde die französische Bank künftig 19,8 Prozent der Anteile an Banco BPM halten, teilte das französische Geldhaus mit.
Orcels Vorstoß bei Banco BPM durchkreuzte Pläne des italienischen Finanzministeriums, eine mögliche Verbindung zwischen Banco BPM und dem Geldhaus Monte dei Paschi di Siena zu unterstützen. Nach einer informellen Genehmigung der Regierung in Rom hatte Credit Agricole im Dezember damit begonnen, über Derivatekontrakte die potenzielle Beteiligung an Banco BPM zu erhöhen. Im ersten Quartal erwarb Credit Agricole weitere Derivate. Italien ist für den Finanzkonzern der größte Markt außerhalb Frankreichs. Die Bank arbeitet mit Banco BPM bei Verbraucherkrediten und Versicherungen zusammen. Zudem hat ihr Vermögensverwalter Amundi einen Vertriebsvertrag mit UniCredit, der 2027 ausläuft.
(Reporter Valentina Za, Giulia Segreti, Gianluca Lo Nostro; Bearbeitet von Frank Siebelt, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)