Fed-Direktorin plädiert für Zinspause: Auch wegen Risiken durch Zollpolitik

Washington (Reuters) – US-Notenbankerin Adriana Kugler plädiert auch mit Blick auf die von der Zollpolitik ausgehenden Inflationsgefahren für eine Zinspause.

Neben den gestiegenen Inflationserwartungen verwies die Fed-Direktorin am Mittwoch auf “Aufwärtsrisiken im Zusammenhang mit angekündigten und voraussichtlichen politischen Veränderungen”, wie etwa die von der Regierung geplanten Zölle. Die Fortschritte der US-Notenbank Federal Reserve in Richtung ihres Inflationsziels von zwei Prozent hätten sich in jüngster Zeit überdies verlangsamt und könnten ins Stocken geraten sein. Dies sei ein Grund, die Zinsen auf dem aktuellen Stand konstant zu halten.

Kugler sagte in ihrer Rede an der Elite-Universität Princeton, sie werde angesichts des anhaltenden Wirtschaftswachstums und der stabilen Beschäftigung dafür eintreten, den Leitzins in der aktuellen Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent zu belassen, “solange diese Aufwärtsrisiken für die Inflation bestehen bleiben”. Die Fed entscheidet am 7. Mai wieder über den geldpolitischen Schlüsselsatz.

US-Präsident Donald Trump hat Zollerhöhungen auf alle Importe per Dekret erlassen. Die von Trump aufgebauten Handelshürden könnten nach Ansicht von Fachleuten in den USA für steigende Preise sorgen, da sich viele Importprodukte wie etwa Holz, Autos oder Halbleiter verteuern dürften. Diese Sorge hat unter Investoren bereits Rezessionsängste aufkommen lassen und führte mit dazu, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher nach oben gingen.

(Bericht von Howard Schneider, geschrieben von Reinhard Becker.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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