Mehrere Interessenten für TikTok – Darunter auch OnlyFans-Gründer

– von Dawn Chmielewski und Anna Tong und Greg Bensinger

(Reuters) – Kurz vor Ablauf der Frist für den Zwangsverkauf von TikTok mehren sich in den USA die Interessenten für eine Übernahme des chinesischen Kurzvideodienstes.

Der Gründer der für Pornos bekannten Website OnlyFans, Tim Stokely, hat in Gemeinschaft mit einem Kryptowährungsnetzwerk der US-Regierung mitgeteilt, ein Gebot abgeben zu wollen. Auch der Internet-Handelsriese Amazon ist in das Rennen um TikTok eingestiegen.

Stokely hat sein Interesse über sein Start-up Zoop mitteilen lassen. Das Kryptowährungsnetzwerk Hedera wird von der Hbar Foundation vertreten. Die Internet-Plattform Zoop ist im Gegensatz zu OnlyFans auch für Minderjährige zulässig. TikTok solle neu ausgerichtet werden, sagte Zoop-Mitbegründer RJ Phillips der Nachrichtenagentur Reuters. Nutzer sollten von den von ihnen geschaffenen Werten profitieren.

Ein Mitarbeiter der US-Regierung bestätigte am Mittwoch Reuters einen Bericht der “New York Times”, dem zufolge Amazon ein Kaufangebot abgegeben hat. Der Online-Einzelhändler habe das Gebot in Form eines Schreibens an Vizepräsident JD Vance und Handelsminister Howard Lutnick eingereicht, schrieb das Blatt unter Berufung auf eine von insgesamt drei mit dem Vorgang vertrauten Personen. Die Insider hätten erklärt, verschiedene an den Verhandlungen beteiligte Personen würden das Gebot nicht ernst nehmen. Eine Stellungnahme der genannten Personen und Unternehmen lag zunächst nicht vor. Nach Bekanntwerden des Berichts legten die Amazon-Aktien um drei Prozent zu.

US-Präsident Donald Trump hatte früheren Medienberichten zufolge ein Treffen im Weißen Haus zu TikTok im Laufe des Mittwochs anberaumt. Als mögliche Käufer des Kurzvideodienstes waren zuletzt der Finanzinvestor Blackstone und der Techkonzern Oracle im Gespräch. Der Kongress hatte wegen einer möglichen Bedrohung der nationalen Sicherheit mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das den chinesischen TikTok-Mutterkonzern ByteDance dazu verpflichtete, sein US-Geschäft bis zum 19. Januar 2025 zu verkaufen. Ansonsten werde die Plattform landesweit gesperrt. Trump verlängerte diese Frist zunächst bis zum 5. April. Es ist unklar, ob die chinesische Regierung einen Verkauf von TikTok absegnen wird.

(Geschrieben von Hans Busemann; Redigiert von Scot W. Stevenson; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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