Berlin (Reuters) – Die Stimmung im deutschen Einzelhandel hat sich im August den dritten Monat in Folge eingetrübt.
Das Barometer für das Geschäftsklima sank um 1,1 Zähler auf minus 24,0 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Die Einzelhändler beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage erneut etwas zurückhaltender. Die Erwartungen für die nächsten Monate haben sich leicht verbessert, bleiben aber auf eingetrübtem Niveau. “Die konjunkturelle Erholung kommt noch nicht in Fahrt”, sagte Ifo-Experte Patrick Höppner. “Auch im Einzelhandel lässt ein Stimmungsumschwung weiter auf sich warten.”
Bei Möbelhäusern und im Bekleidungseinzelhandel hat sich das Geschäftsklima etwas verschlechtert. Leicht aufgehellt hat es sich hingegen im Lebensmitteleinzelhandel. In vielen Branchen bleiben die Unternehmen zurückhaltend, was die Aussichten für das verbleibende Jahr betrifft. “Obwohl sich die Konsumausgaben der Verbraucherinnen und Verbraucher im laufenden Jahr voraussichtlich besser entwickeln werden als die Wirtschaftsleistung insgesamt, erwarten viele Einzelhändler in der nächsten Zeit keine spürbaren Geschäftsimpulse”, sagte Höppner.
Der Preisdruck im Einzelhandel hat sich den Angaben zufolge leicht entspannt. Zuletzt haben die Händler per Saldo weniger häufig ihre Preise erhöht, hieß es. Auch für die kommenden Monate kalkulieren die Einzelhändler etwas seltener mit steigenden Preisen. Im Lebensmitteleinzelhandel und bei Möbelhäusern planen allerdings mehr Geschäfte mit Preiserhöhungen in den nächsten Monaten als im Handel insgesamt.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert angesichts der schwierigen Lage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rasche Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Konjunktur. “Die Bedeutung der Binnenwirtschaft muss aktuell mehr in den Fokus rücken”, heißt es in einem in dieser Woche veröffentlichten Schreiben.
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Sabine Ehrhardt – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)