Berlin (Reuters) – Die deutschen Importpreise sind weiter im Sinkflug.
Sie gaben im Juli um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nach, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten nur einen Rückgang um 1,2 Prozent erwartet, nach einem Minus von 1,4 Prozent im Juni. Zum Vormonat sanken die Einfuhrpreise um 0,4 Prozent. Hier war von Ökonomen nur ein Minus von 0,3 Prozent veranschlagt worden. Gedrückt wurden die Importpreise im Juli erneut durch billigere Energie: Sie kostete 12,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und 0,7 Prozent weniger als im Juni 2025.
Dagegen verteuerten sich aus dem Ausland bezogene Nahrungsmittel deutlich: Für diese mussten 9,4 Prozent mehr bezahlt werden als im Juli 2024. Besonders Orangensaft (+41,6 Prozent), Kaffee (+34,5 Prozent) und Rindfleisch (+30,9 Prozent) verteuerten sich binnen Jahresfrist deutlich.
Da die deutsche Wirtschaft sehr viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland ordert, wirken sich Einfuhrpreise früher oder später auch auf die allgemeine Inflation aus. Im Juli lag die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen bei 2,0 Prozent. Für die am Nachmittag anstehenden Daten für August erwarten die von Reuters befragten Ökonomen einen Anstieg auf 2,1 Prozent.
(Bericht von Reinhard Becker, redigiert von Ralf Banser – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)