Brüssel (Reuters) – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht die neuen US-Zölle als schweren Schlag für die Weltwirtschaft.
“Wir sollten uns über die immensen Folgen im Klaren sein, die Weltwirtschaft wird massiv leiden”, sagte sie am Donnerstag. “Wir bereiten uns jetzt darauf vor, weitere Gegenmaßnahmen zu nehmen, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern.” Details zu den Plänen nannte sie nicht. Die EU plant aber bereits Gegenzölle für US-Waren in Höhe von bis zu 26 Milliarden Euro für die Mitte März in Kraft getretenen US-Zölle auf Stahl und Aluminium.
Von der Leyen sagte, sie bedaure die Entscheidung der USA zutiefst und warnte vor den “immensen Konsequenzen”. “Die Verunsicherung wird eine Spirale in Gang setzen und zu weiterem Protektionismus führen”, sagte sie und verwies auf höhere Kosten für die Verbraucher bei Lebensmitteln, Medikamenten und im Transportwesen sowie auf Probleme für Unternehmen. “Es ist nicht zu spät, die Bedenken durch Verhandlungen auszuräumen.”
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch beispiellose Zollerhöhungen auf alle Importe der USA per Dekret erlassen. Ab dem 5. April soll ein Basiszoll von zehn Prozent auf alle Importe in die Vereinigten Staaten gelten. Zudem kündigte Trump noch höhere Zölle auf einige der größten Handelspartner an, die am 9. April wirksam werden sollen. Für die Europäische Union sollen Zölle in Höhe von 20 Prozent greifen.
(Bericht von Benoit Van Overstraeten, Philip Blenkinsop geschrieben von Myria Mildenberger; Bei Rückfragen wenden Sie sich sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)